Stadtschülerrat lädt ein: Thema Inklusion

Inklusion: Einladung des Stadtschülerrates an die Politik, die auch zahlreich teilnahm. Zentrale Frage: Wie weit ist Langenhagen in Sachen Inklusion - Antwort: Je nachdem, wen man fragt, sehr unterschiedlich. Langenhagen setzt aktuell nicht auf Schwerpunktschulen und versucht alle Schulen irgendwie inklusiv zu machen, um niemanden auszugrenzen (das ist ja auch das Grundanliegen von Inklusion -> keine Ausgrenzung). Das dies nicht so einfach ist - auch in einer Schule in der Inklusion schon praktiziert wird (oder vielleicht besser zu praktizieren versucht wird) haben wir anschließend bei einem Schul-Rundgang erleben dürfen. Lisa und Tim haben Werner Knabe in einen Rollstuhl gesetzt und dann musste er verschiedene Aufgaben erledigen. Schnell wurde klar, schwergängige Türen, Schwellen, Treppen ohne Lift, eine einzige Behindertentoilette im Erdgeschoss, nur eine einzige Rampe in den Innenhof machen es nahezu unmöglich, sich ohne fremde Hilfe durch die Schule zu bewegen. Dies aber war ein sehnlicher Wunsch von Tim, den er sich stellvertretend für seine beiden Mitschüler im Rollstuhl wünschte.

Und noch ein kleiner "Geht, wenn ..."-Erfolg am Rande: Vor der abgeschlossenen Tür des Behinderten-WCs erwähnte Herr Kleinsorge, dass es standardisierte Schlüssel gebe (so genannte Euro-WC-Schlüssel). Daraufhin habe ich Frau Thielmann-Dittert gebeten, dass der Schließzylinder durch einen nach Euro-WC-Norm ausgetauscht wird und sie hat dies zugesagt. Ich werde das weiter verfolgen ...

Ein Streifzug durch die FES aus Sicht eines Rolli-Fahrers

Sachstand Inklusion - wie weit ist die Stadt Langenhagen?

In der aktuellen Berichterstattung heißt es: "Langenhagen ist bei Inklusion sehr weit". Eine interessante Aussage, die wahrscheinlich den Teilnehmern an der o.g. Veranstaltung in den Ohren klingeln würde. Nachdem die Defizite in der Friedrich-Ebert-Schule begutachtet wurden, machte Frau Tillmann-Dittert auf Nachfrage deutlich: Für die Friedrich Ebert-Schule stehen im Haushaltsjahr 2014 nur Mittel für die übliche Instandhaltung zur Verfügung - geplante Maßnahmen für Inklusion: Null. 

Stadt ist bei inklusion sehr weit
Viele Projekte sind bereits angeschoben – Im laufenden Haushalt stehen 180 000 Euro bereit
20140131_LKNZ_VP_01.pdf
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Erwiderung zum Artikel durch den Stadtschülerrat

Eine interessante Stellungnahme zu dem oben genannten Artikel gab es von Thea Höpfner. Sie bringt es in ihrem Leserbrief vom 14.04. auf den Punkt: "In Ihren Artikeln wird die Sicht der Verwaltung dargestellt, doch die Sicht der Schüler und Lehrer wird ignoriert ...". Thea Höpfner formuliert im weiteren Verlauf akzentuiert und mit der richtigen Schlussfolgerung in ihrem Leserbrief: "Das Argument, Inklusion sei Kopfsache, können wir vom Schülerrat zwar auch bestätigen, doch hilft die positive Einstellung einem Rollstuhlfahrer nicht, die Treppe hochzulaufen. Man kann auch nicht vom gemeinsamen Strangziehen sprechen, wenn man währenddessen andere Sichtweisen ignoriert, indem kein Schüler oder Lehrer befragt wird". Das dies so ist, haben wir gerade im Stadtelternrat festgestellt, als es um die Ausgestaltung des dritten Bauabschnitts für das Schulzentrum ging. Eine Berücksichtigung des Inklusionsgedankens findet hier nämlich nur sehr am Rande statt. Es ist also - anders als im betreffenden Artikel dargestellt - eher so, dass wir noch sehr weit davon entfernt sind "sehr weit zu sein". Danke Thea Höpfner für eine notwendige Erwiderung (aus einer "neutralen Ecke")!

Leserbrief vom 14.04.2014, Thea Höpfner

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