Bürgermeisterwahlkampf oder Einsatz für gute Schulen?

Foto: O.Krebs
Foto: O.Krebs

Der Titel eines Artikels vom 25.02. bringt es auf den Punkt: "IGS hat detaillierte Wünsche - Die Diskussion über das Raumprogramm des dritten Bauabschnitts hat richtig begonnen". Und wer den CDU-Antrag zu diesem Thema aufmerksam liest, wird feststellen, dass wir genau das erreichen wollten. Denn diese Diskussion hat bisher nicht stattgefunden, obwohl ursprünglich beschlossen wurde, dass "Die genaue Anordnung der Klassen sowie Größe, Art und Anzahl der Nebenräume erst im Planungsprozess festgelegt werden." Ebenfalls unbeachtet: Das Thema Inklusion. Vor gar nicht allzu langer zeit hat uns der Stadtschülerrat eindrucksvoll vor Augen geführt, dass Wahrnehmung und Realität zu diesem Thema noch weit auseinander liegen. Aber mit dem Neubau eines Schulgebäudes haben wir alle Möglichkeiten Inklusion und Anforderungen an moderne Schulraumgestaltung umzusetzen - viel einfacher und günstiger als bei einer Sanierung im Bestand. Und diese Themen sind unabhängig von der Schulform, die zukünftig oder irgendwann einmal diese Räume nutzen wird.

Neiddebatte?

Dass in die neuen Räume die IGS einzieht haben die Schulleitungen untereinander geklärt, trotzdem wird in diesem Artikel erneut die alte Fehde zwischen IGS und Gymnasium geschürt.  Die IGS schreit laut (zu laut?) und das Gymnasium kommt zu kurz und auch die verbleibende, gebeutelte Realschule hat unerfüllte Ansprüche. Aber darum geht es in unserem Antrag gar nicht - wir haben uns sehr deutlich für die RKS eingesetzt und positioniert, wir haben ein Sanierungsprogramm für ALLE Schulen gefordert, dass ähnlich wie das Projekt "Schwimmbadbau" mit externer Projektsteuerung abgewickelt wird, damit wir nicht erst 2025 die letzte Toilette sanieren oder das letzte alte Fenster ersetzen.

Es geht nicht um Schulformen oder ideologisch geprägte Debatten um die beste Schule. Es geht um den Neubau eines Schulgebäudes und das Wissen darum, was uns die Investition in gute Lernbedingungen und die Berücksichtigung von Inklusion kostet. Im Anschluss kommt die Debatte darüber, was wir uns gute Rahmenbedingungen für Schule (und nicht für eine spezielle Schulform) kosten lassen wollen. Daher lautet unser Antrag auch:

  • Dafür soll der Dialog mit der AllpäKo (Allgemeinpädagogische Konferenz) intensiviert werden und Planungsvarianten mit entsprechenden Kostenschätzungen aufgezeigt werden. Die Anforderungen, die im Anschreiben der AllpäKo aufgezeigt wurden, sollen dabei als eine mögliche Planungsvariante berücksichtigt werden.
  • Zudem sollen die Anforderungen an inklusive Schule aus Sicht der Stabsstelle "Inklusion" aufgezeigt und ebenfalls als Planungsvariante berücksichtigt werden.

Es geht um Planungsvarianten. Es geht darum, nicht vor vollendete Tatsachen gesetzt zu werden. Es geht darum Optionen zu haben - nicht für die IGS, nicht gegen das Gymnasium oder anders herum, sondern für moderne, inklusive Schule.

Kommentar

Der Kommentar ist ein scharfes Schwert, welches ein Redakteur / eine Redakteurin führen kann. Es ist die Möglichkeit die eigene Meinung darzustellen. Diese Möglichkeit haben Politiker i.d.R. nicht, denn es gibt keinen Anspruch darauf, dass deren eigene Meinung veröffentlicht wird. Daher möchte ich auf diesem Weg den Kommentar kommentieren:

Die Aussage "In Langenhagen zeigt zudem der Bürgermeisterwahlkampf auch dieser erste Blüte:" ist die Einschätzung von Frau Neander, auch wenn der Sprachgebrauch uns weismachen will, dass diese Aussage ein unumstößlicher Fakt ist. Dort steht nicht: "Vielleicht", oder "Ich meine ..." - es wird einfach unterstellt. Ich bin seit mehr als sechs Jahren (seit mein  erstes Kind eingeschult wurde) in der Elternarbeit unterwegs. In der Grundschule und am Gymnasium als Elternvertreter und Im Stadtelternrat als Vorsitzender und damit als Vertreter aller Schulen in Langenhagen. Wenn ich mich also für gute Rahmenbedingungen für Langenhagener Schulen einsetze, dann seit Jahren genau aus diesem Grund. Ich bin Vater von drei schulpflichtigen Kindern und ich kenne die Probleme aus erster Hand. Und wenn ich für das Abstellen von Problemen auch das Werkzeug eines Ratsantrages nutze, ist dies meiner weiteren Funktion als Ratsmitglied geschuldet - einfach weil ich es kann. Das hat nichts mit einer Bürgermeisterwahl zu tun, es sei denn ich befände mich seit 6 Jahren im Wahlkampf ...

Ach ja, wenn schon die Meinung vertreten wird, dass es sich hier um Bürgermeisterwahlkampf handelt, dann hätte ich auch das Logo der Nordhannoverschen Zeitung für Artikel über die Bürgermeisterwahl neben dem Artikel erwartet ;-)

Kommentar von Frau Neander vom 25.02.2014
Kommentar von Frau Neander vom 25.02.2014
IGS hat detaillierte Wünsche - Die Diskussion über das Raumprogramm des dritten Bauabschnitts hat richtig begonnen
Pressebericht in der NHZ vom 25.02.2014
IGS-Wuensche_20140225_LKNZ_VP_01.pdf
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Antrag der CDU-Fraktion: 3. Bauabschnitt Schulzentrum Raumprogramm: Moderne und gute Schule gestalten
Beschlussdrucksache-[2014_028].pdf
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