"Jung bleiben" - Familienfreundlichkeit ausbauen

"Jung bleiben" ist einer der Leitlinien, die im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes erarbeitet wurden. Gemeint ist damit, dass die Stadt Langenhagen interessant für Familien sein will, um "junges Blut" nach Langenhagen zu bekommen. Die Stadt soll damit Ihren Altersschnitt halten. Das soll nicht heißen, dass wir uns nicht um ältere Bürgerinnen und Bürger kümmern wollen, aber dieser Abschnitt beschäftigt sich nun einmal mit "Kindern und Familie".

Um jedoch interessant für junge Familien zu sein, müssen wir gute Bedingungen für sie schaffen. Und dazu gehören gute und ausreichende Betreuungsmöglichkeiten von Krippe über Kita bis zum Hort, eine vielfältige Schullandschaft, in der auch Nachmittagbetreuung ein Thema ist (offene Ganztagsschule, IGS) und ein gutes Freizeitangebot wie Jugendtreffs, Ferienpass, Musikschule, Sportvereine, u.v.m. Ein paar Punkte möchte ich im Folgenden besonders hervorheben:

Nicht bei der Bildung sparen ...

... geht, wenn wir die Kürzung des Schulbudgets rückgängig machen. Für Schulen wird eine EDV-Unterstützung immer wichtiger, denn es ist offensichtlich, dass kein Kind, das heute zur Schule geht, in seinem zukünftigen Beruf ohne Computer und Internet auskommen wird. Daher möchte ich versuchen, ein Medienkonzept mit und für Schulen auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus möchte ich eine zentrale Netzwerk und IT-Betreuung für die Schulen umsetzen und dabei auf IT-Standards bei Infrastruktur und Ausstattung zurückgreifen. Dies soll der Sicherung der getätigten Investitionen im Rahmen des K-II Programms (z.B. Smartboards) dienen.

Echte "Fachleute" beteiligen ...

... geht, wenn wir die Spielleitplanung zu einem Standard-Planungsinstrument der Stadt Langenhagen machen (hierzu habe ich schon viel geschrieben und hier ist es zu finden: http://www.cdu-fraktion-langenhagen.de/spielleitplanung.php). Die Spielleitplanung zielt auf eine kind- und jugendgerechte Planung und Entwicklung des städtischen Raumes unter direkter Beteiligung von Mädchen und Jungen und sie ist ein Element der Partizipation (Teilhabe). Durch die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in allen Planungs- und Umsetzungsphasen werden sie in der Ausübung ihrer Rechte und auch Pflichten unterstützt und gestärkt. Eine fachbereichsübergreifende Planung unter konsequenter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht den Erhalt, die Sicherung und die Neuschaffung geeigneter Flächen und Räume für Spiel, Erlebnis, Aufenthalt und Bewegung.

Mitbestimmen lassen ...

... geht, wenn wir mit einem Jugendparlament noch einen weiteren Baustein der Jugendpartizipation umsetzen. In einem Jugendparlament vertreten die Mitglieder die Interessen von Kindern und Jugendlichen gegenüber der Stadt. Dabei werden ganz konkrete Themen bearbeitet, zu denen zum Beispiel die Gestaltung von Schulhöfen, Rad- und Fußwegführungen oder Freizeitbereichen gehören. In Form von Anträgen werden die Ideen oder Vorschläge des Parlaments den Politikern vorgelegt. Um deutlich zu machen, dass die Jugendlichen mit ihrer Beteiligung ernst genommen werden, möchte ich dem Jugendparlament, ähnlich wie den Ortsräten, eine eigenes Budget zur Verfügung stellen, über das es frei verfügen kann. Ein erster Schritt, um Kinder an die Themen Politik und Verwaltung heranzuführen, könnte ein Kinderforum im Rathaus nach dem Vorbild der Stadt Essen (https://www.essen.de/leben/essen_fuer_dich/tipps_und_infos/mach_mit/kinderforum_rathaus.de.html) sein. 

Betreuung ausbauen ...

... geht, wenn wir die Krippen- und Kitaplatz-Bedarfsplanung fortschreiben und beim weiteren Ausbau den Bedarf an Ganztagsbetreuung berücksichtigen. Auch im Grundschulalter müssen wir die Nachmittagsbetreuung ausbauen, dabei möchte ich auf ein stärkeres Miteinander von Hort und Offener Ganztagsschule setzen. Der Elternwille soll hier den weiteren Ausbau beeinflussen. Zur Finanzierung des weiteren Ausbaus sollte über ein neues Gebührenmodell (einkommensabhängige Staffelung) nachgedacht werden.

Betreuungspersonal entlasten ...

... geht, wenn wir den Springerpool weiter ausbauen und Springerkräfte fest den jeweiligen Einrichtungen zuordnen – über einen übergreifenden Springerpool (städtische und freie Träger) muss dabei nachgedacht werden dürfen. Die Entwicklung der Betreuungssituation in Krippe und Kita nimmt teilweise ernste Züge an. Kinder kommen früher in die Einrichtungen und müssen intensiver betreut werden. Der ehemalige Standard, dass Kinder, wenn sie in die Kita kamen windelfrei waren, gilt nicht mehr. Im Krippenbereich wären eigentlich 3 ErzieherInnen pro Gruppe notwendig, was allerdings aktuell schwer finanzierbar ist, hier ist nach wie vor das Land zur Finanzierung in die Pflicht zu nehmen. Durch die direkte Zuordnung von Springerkräften erhöht sich jedoch indirekt auch der Betreuungsschlüssel, sofern die Springer nicht in ihrer Rolle aktiv sind.

Betreuungslücken schließen ...

... geht, wenn wir die durchgängigen Öffnungszeiten in Krippe, Kita und Hort, (das heißt die Einrichtungen haben keine Schließzeiten in den Ferien) weiter ausbauen und auch bei freien Trägern dafür werben. Kitas ohne feste Schließzeiten bieten sowohl für Eltern, als auch für das Personal Vorteile durch flexible Urlaubsplanung. Mit Erfolg wurde das Modell auf Antrag der CDU zum Beispiel in der Kita Kolberger Straße oder bei den Einrichtungen des Kitazirkels umgesetzt.  

Kitaplatz-Vergabe optimieren ...

Bild: Lecos GmbH
Bild: Lecos GmbH

... geht, wenn man eine Online-Kitaplatz Vormerkung einführt, wie sie in vielen anderen Kommunen bereits existiert (Düsseldorf = Düsseldorfer Kita-Navigator, Leipzig = www.meinkitaplatz-leipzig.de oder Aachen = www.kitas.aachen.de). Eltern können von zu Hause direkt Einrichtungen vergleichen und sich für die gewünschte(n) Einrichtung(en) vormerken lassen. In diesem Moment liegen sowohl Informationen über Mehrfachwünsche, als auch die Personendaten digital vor. In der Kita selbst können die Eltern sich natürlich auch über solch ein Portal vormerken lassen oder aber die Anmeldung im persönlichen Gespräch verbindlich machen. Die Statistik über verfügbare oder vergebene bzw. vorgemerkte Plätze ist sofort einsehbar. Die verbindliche Anmeldung ist nur einen Mausklick entfernt. Auf diesem Weg können Eltern schnell informiert werden, Anmeldezahlen sind sofort verfügbar, wobei Doppelvormerkungen sichtbar werden und Kitas können weiterhin frei entscheiden. Und nicht zuletzt spart ein solches System auch Arbeitsaufwand durch Vermeidung von mehrfach gleichen Tätigkeiten oder manuellen Abgleichs- und Konsolidierungsarbeiten ein. Die dadurch gewonnene Zeit kann sinnvoller für Kernaufgaben verwendet werden. Die Einführung eines solchen Werkzeugs habe ich im Juni 2013 auf den Weg gebracht, als Bürgermeister will ich den Beschluss umsetzen, um diese seit Jahren offene Baustelle endlich zu schließen ...

Antrag: Familienfreundliche Stadt Langenhagen - Kitaplatzvergabe im Sinne aller Beteiligten optimieren
Beschlussdrucksache-[2013-066].pdf
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Fachkräftemangel lindern ...

... geht, wenn wir daran arbeiten, die Idee einer Fachschule für Sozialassistenten/Sozialassistentinnen und Erzieher/Erzieherinnen in Langenhagen umzusetzen. Über diesen Weg können wir in Langenhagen unseren Teil dazu beitragen, dem Fachkräftemangel im pädagogischen Betreuungsbereich entgegen zu wirken und vielleicht sogar direkt vor Ort davon profitieren. Die Auszubildenden machen hier in Langenhagen Ihr Praktikum, gehen hier zur Schule und bauen bereits jetzt zu Kindern, Eltern, Mitarbeitern und Einrichtungen einen Kontakt auf. Hier erfahren sie Hilfestellung für ihre berufliche aber auch private Lebenslage. Das schafft Vertrauen. Die Bindung zur ihrer Stadt Langenhagen ist der Schlüssel zum beruflichen wie privaten Erfolg. "Da wo ich meine entwicklungsbedingten Wurzeln habe, da fühle ich mich sicher und da will ich bleiben", am Zukunftsstandort Langenhagen!

Familie und Beruf vereinbaren ...

... geht, wenn wir die Gedanken des Projektes Fabelhaft wieder aufgreifen, das in 2005 einen echten Vorbildcharakter hatte. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein gewichtiges Element für die Attraktivität von Arbeitgebern. Fabelhaft hatte unter anderem das Ziel Langenhagener Betriebe davon zu überzeugen, dass eine familienfreundliche Unternehmenskultur nicht nur sozialpolitisch, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Langenhagen sollte durch ein familienfreundliches Sozialklima zu einem attraktiven Standort von Unternehmen und zu einem attraktiven Wohnort junger Familien gemacht werden. Forderungen, die nach wie vor Bestand haben und direkt mit der Leitlinie der Stadt „Jung bleiben“ in Einklang zu bringen ist.