Herausforderung "Demografie" annehmen

Wohnen im Alter ...

... geht, wenn Wohnungen barrierearm oder rollstuhlgerecht sind und / oder Service-Dienstleistungen beinhalten. Das können z.B. Pflege- oder Essensangebote im Haus oder im Quartier sein.  Ein wesentliches Kriterium für die städtische Lebensqualität im Alter ist der Grad der Selbstbestimmung, der meistens wesentlich mit dem selbstständigen Wohnen und Leben bis ins hohe Alter hinein zusammenhängt – möglichst noch im vertrauten Wohnumfeld. Hier setzen Modelle wie die 50plus-WG und Senioren-WG an. Bei der Modernisierung im Bestand oder Neubau möchte ich ein entsprechendes Wohnungsangebot entwickeln, das unterschiedliche Lebensentwürfe berücksichtigt. Dabei soll ein Wohnraumversorgungskonzept unterstützen. Denn ob eine Kommune dauerhaft attraktiv für alle Bevölkerungsschichten ist, hängt entscheidend davon ab, ob sie eine altersgerechte Infrastruktur vorweisen kann.

Seniorenbeirat stärken ...

... geht, wenn Ideen und Beschlüsse des Seniorenbeirats in eine konkrete Umsetzung gebracht werden. Wir haben in Langenhagen bereits ein politisches Gremium, das sich mit den spezifischen Anforderungen von Senioren auseinandersetzt. Der Seniorenbeirat, der seit 2006 existiert, hat bereits viele Aktionen und Projekte auf den Weg gebracht, wird jedoch noch zu oft als Gremium "übersehen". Ein erster Schritt zur Stärkung dieses Gremiums ist das direkte Antragsrecht, was es dem Seniorenbeirat ermöglicht, Anträge in das politische Beratungsverfahren zu bringen. Bisher werden nur Protokollnotizen über die internen Beschlüsse des Seniorenbeirats an die politischen Gremien verteilt.

Generationenübergreifend handeln ...

... geht, wenn man die Bildung eines „Generationenausschusses“ prüft, der die Kommunalpolitik Generationen übergreifend verzahnen soll. Die vorhandenen Ausschüsse streifen das Thema Generationen- bzw. Seniorenpolitik entweder nur ansatzweise, oder betrachten es oftmals als lästiges Anhängsel. Auch hat hier der Seniorenbeirat nur eine mitberatende Funktion, aber letztendlich keine Entscheidungskompetenzen. Themen, die es anzupacken gilt, gibt es hier genug: Barrierefreiheit, Sportangebote für Jung und Alt oder die Weiterentwicklung der ehrenamtlichen Strukturen. Auch die Themen „Gesundheit" und „Sicherstellung der medizinischen Versorgung" könnten in einem Generationenausschuss - gekoppelt zum Beispiel mit dem Sozialausschuss oder dem Stadtplanungsausschuss – aufgegriffen werden.

Barrieren beseitigen ...

... geht, wenn man ein ähnliches Modell wie die Spielleitplanung auch für die Bedürfnisse der Senioren auf den Weg bringen - noch hat das Kind keinen Namen, aber vielleicht haben wir ja irgendwann auch mal eine Inklusions- oder Generationen-LeitplanungIm ganz normalen Lebensalltag gibt es viele Beispiele dafür,  dass das Thema Inklusion (sprich: keine Ausgrenzung) nur langsam in den Köpfen ankommt. Es gibt viele kleine Dinge, die so banal erscheinen, wenn man sie benennt, aber vor allem für ältere Menschen (und im Übrigen auch für Kinder) sehr bedeutsam sind. Hierzu gehören zu schnell laufende Rolltreppen, zu kurze Grünphasen an Kreuzungen, zu hohe Stufen beim Bus- oder Bahneinstieg, fehlende Lehnen an städtischen Bänken oder zu kleine Schrift auf Hinweistafeln. Hier ist verstärkt auf die Bedürfnisse der älteren Generation zu achten und eine generationenverträgliche Stadtplanung auf den Weg zu bringen.

... geht, wenn man das Thema Inklusion nicht nur auf Schulen oder Senioren beschränkt, sondern weiter denkt. Dabei sind auch diejenigen einzubeziehen, für die es im Alltag Barrieren gibt. Neben den Älteren und den ganz Jungen sind das auch Menschen mit Behinderungen. Dies Zielgruppe soll sich aktiv an Stadt- und Alltagsplanung von Verwaltung beteiligen. Daher ist über einen Behindertenbeirat nach dem Vorbild des Seniorenbeirates nachzudenken. Über die Arbeit der Beiräte bekommt die Meinung der Interessengruppen ein anderes Gewicht und über das - bereits bei den Seniorenbeiräten angesprochene - Antragsrecht, wird die Interessengruppe automatisch Teil der politischen Diskussion um Aufgaben und Budget einer Stadt. 

Weiterführende Informationen

Wegweise für Senioren
Eine Broschüre für die ältere Generation, um im Informationsdschungel eine angemessene Hilfe zu bekommen.
Wegweiser_für_Senioren.pdf
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